Der schon monatelange Postenschacher rund um den neuen Welser Magistratsdirekor ist auch aus antifaschistischer Sicht brisant, denn Blau-schwarz will offenbar einen deutschnationalen schlagenden Burschenschafter durchsetzen!
Die SJ Wels und der Infoladen haben dazu Texte veröffentlicht.
Doch zuerst ein Appell aus dem “öö. Antifa-Netzwerk-Info”:
“Für die zahlreichen Organisationen der Zivilgesellschaft in Wels ist es allerhöchste Zeit, aufzuwachen und in einem breiten Bündnis den Kampf gegen die drohende blau-schwarze Machtübernahme zu beginnen – aus demokratisch-antifaschistischen Motiven und auch weil sich unschwer vorhersagen lässt wie die Finanzierung fortschrittlicher Kultur-, Sozial-, Integrations- und Entwicklungsprojekte unter einem FPÖ-Bürgermeister aussehen würde.
Aktionen nach der Wahl kommen mit Sicherheit zu spät.”
• Linkes Plenum zum Thema Blau-Schwarz am 5. Februar um 16:00 bei der Didf, Plobergerstr. 7 Wels: http://facebook.com/events/246356092105710
• Demo gegen den “Burschenbundball” am 11. Februar 18:00, Hauptplatz Linz:
http://wp.welsgegenrechts.at/2012/01/30
PA: FPÖVP-Wels Burschenschafter-Kandidat stoppen!
Utl.: SJ an SPÖ: Nur Demokratie im Magistrat ist Ausweg aus blauschwarzem Postenschacher beim Magistratsdirektor! (…)
“Es besteht also die Befürchtung, dass es demnächst unter der FPÖ im Magistrat so ‘geschmiert’ laufen soll, wie unter Grasser und co.”, so der SJ-Vorsitzende,
“In Richtung ÖVP muss man fragen: Wieso forcieren sie einen Deutschnationalen, während sogar ÖVP-Chef Spindelegger auf Distanz zu den ‘neuen Juden’ vom WKR-Ball geht!”
(…) darf die SPÖ nicht immer weiter nach rechts abdriften. Hierzu die SJ: “Mit Forderungen wie ‘Für eine Polizeiinspektion im Stadtteil Noitzmühle’, verstärkt man leider das irreale rassistische Gefühl von vielen, dass ‘Ausländerviertel’ ein ‘Sicherheitsproblem’ sind. Davon kann unglücklicherweise nur die FPÖ profitieren!”
Der weitere Text der Presseaussendung und alle Links zum Thema auf Homepage der SJ Wels: http://roteswels.at/?p=1588
Die Infos zum blau-schwarzen Kandidaten stammen aus folgendem Artikel:
Ein „Obergermane“ als Welser Magistratsdirektor?
“…die Corpsstudenten, die unter dem Schutze der akademischen Immunität einen Prügelterror ohnegleichen etablierten und bei jeder politischen Aktion auf Ruf und Pfiff militärisch organisiert aufmarschierten.
Zu so genannten ›Burschenschaften‹ gruppiert, zerschmissenen Gesichts, versoffen und brutal, beherrschten sie die Aula… mit harten, schweren Stöcken bewaffnet…; unablässig provozierend, hieben sie bald auf die slawischen, bald auf die jüdischen, bald auf die katholischen, die italienischen Studenten ein und trieben die Wehrlosen aus der Universität”
(Stefan Zweig über die deutschnationalen Burschenschafter)
Wels sucht einen neuen Magistratsdirektor. Nachdem ÖVP und FPÖ, die im Stadtsenat über die Mehrheit verfügen, alle für die SPÖ erträglichen KandidatInnen abgelehnt hatten, lohnt es sich einen Blick auf den gemeinsamen Favoriten der blau-schwarzen Allianz zu werfen: Peter Georg Franzmayr.
Der Sohn des Schwanenstädter FP-Stadtparteiobmanns hat schon eine feine Karriere hinter sich: Als in den Jahren der schwarz-blauen Bundesregierung sich eine wahre Amterlschwemme über deutschnationale und rechtsextreme Burschenschafter ergoss, war Franzmayr zur Stelle, dem Vernehmen nach mit wechselnden Aufgaben:
• Als “Leiter des Büros des Bundesministeriums für Justiz” laut Aktivenverzeichnis der Akademischen Burschenschaft Oberösterreicher Germanen zu Wien, November 2002.
• “In Hubert Gorbachs Kabinett gehören die Korporierten (…) Peter Franzmayer zum Vertrautenkreis. Von dort dürften die letzteren (…) nun auf beamtete Spitzenposten wechseln.”
http://profil.at/articles/0447/560/98462/fpoe-hieb
• “Zuerst im Kabinett Gorbach, später Leiter der extra geschaffenen neuen Sektion „Straße-Luft“ im Verkehrsministerium.”
http://falter.at/web/print/detail.php?id=347
Die meisten seiner ehemaligen Chefs aus der Zeit blauer Regierungsbeteiligung beschäftigen heute keine Mitarbeiter mehr, sondern vor allem die Gerichte – und so sieht sich auch Franzmayr nach einer neuen Betätigung um: In Wels, als Bewerber für die Aufgabe des Magistratsdirektors.
Eins zu erwähnen, hat er in seinem Bewerbungsschreiben vergessen: Seine Zugehörigkeit zu den „Oberösterreicher Germanen in Wien“, einer deutschnationalen, schlagenden Studentenverbindung. „Ehre, Freiheit, Vaterland“ ist deren Motto: Welches Vaterland gemeint ist, ist allerdings unklar.
Das „Colourband“ sowie das Bändchen auf den Kappen der Burschis ist nämlich schwarz-weiß-rot gehalten. Zuletzt fand diese Farbkombination im deutschsprachigen Raum Verwendung als „Reichsfarben“ des NS-Regimes! („Reichsflaggengesetz“ vom 15. September 1935)
Dieses Faktum ist den studierten Germanen im Übrigen durchaus bekannt.
http://obergermanen.at/ueber_uns/schwarz_rot_gold_
Die österreichische Fahne ist bei diesem „nationalen“ Verein nirgends zu finden. Auch mit dem Wort „Österreich“ allein scheint sich der Germanen-Bund schon schwer zu tun, man lässt es gerne weg. So heißt die Homepage schlicht www.obergermanen.at und auch auf Facebook sind sie schlicht die „Obergermanen und Freunde“.
Wie „obergermanisch“ es demnächst am Welser Magistrat zugehen wird, liegt nun vor allem daran, ob die ÖVP zu Einsicht und Vernunft gelangt, und sich nicht mehr als Steigbügelhalter der Rechtsrechten geriert.
Text übernommen von: http://kvinfoladenwels.wordpress.com/2012/01/29/ein-%E2%80%9Eobergermane-als-welser-magistratsdirektor
Ps: Extra-Info von http://roteswels.at/?p=1588
Die “Obergermanen” sind übrigens auch bei der “Burschenschaftlichen Gemeinschaft”, der extrem rechte Verband innerhalb der ohnehin rechten “Deutschen Burschenschaft”. Die “BG” kämpft dafür, dass nur deutschstämmige – also “Arier” – in Burschenschaften aktiv sein dürfen!
http://www.burschenschaftliche-gemeinschaft.de/kontakt/bg-mitgliedsbuende.html
http://fr-online.de/politik/der-burschenputsch,1472596,8660694.html